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Beschreibung

Gemüseterrassen nördlich von Baguio

Auf der Landkarte der Phillipinen sah die Etappe so einfach aus. Von Baguio bis Sagada sind es kaum mehr als zwei Zentimeter. Normalerweise eine Sache von zwei, drei Stunden. Wenn da nicht die Berge wären. Endlos reihen sich die Serpentinen der steinigen Feldstrassen, die die Dörfer notdürftig miteinander verbinden. Befahren von Mopeds und von kleinen chinesischen Traktoren, die die Ernte zur nächsten asphaltierten Strasse bringen. In den abgelegeneren Dörfern mit den steilsten Hängen hilft auch die nicht weiter. In Tragekörben bis weit über ihre Köpfe beladen – über steile, in die Böden geschlagene Tritte, über Leitern und blanke Felsen schleppen sie ihre Lasten oft stundenlang zum nächsten Sammelpunkt und Schnittpunkt zur Welt da draußen.

Bis auf über 2000 Metern Seehöhe reichen die steilen Terrassen, die in schier endlose Tiefen abfallen. Alles fein säuberlich bepflanzt. Ich will es mir gar nicht vorstellen, wie es ist, hier mit Schaufel und Hacken dem Berg ein paar zusätzliche Ebenen abzuringen auf denen gepflanzt werden kann. Noch die steilste heimische Alm wirkt dagegen so flach wie eine Autobahn. Die kleinen Hütten kleben größtenteils am Berg und der bescheidene Lebensstandard wird mit atemberaubenden und schwindelerregenden Ausblicken belohnt.

Den hatte man in früheren Zeiten sogar vom Sarg aus. Bis zur Christianisierung durch die Spanier wurden die Toten hier oft in Löchern beerdigt, die man hoch oben auf senkrechten Wänden aus dem Fels geschlagen hatte. Einige Bergwände sehen deshalb aus wie Schweizer Käse. Durch das Teleobjektiv kann ich einige bleiche Totenschädel erkennen, die wohlwollend den Erfolg ihrer Nachkommen betrachten.

Die Erde hier ist fruchtbar und schenkt reiche Ernte. Aber leicht macht sie es jenen nicht, die an den steilen Berghängen auf Knien in ihren roten Humus graben und Ihr nacheinander Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten entziehen. Die bis zu vier Ernten im Jahr bescheren ein sicheres Einkommen und den Menschen eine bescheidene und freundliche Würde. Ihr Gemüse gilt als das beste im Lande und darauf sind sie stolz.

Seit Stunden bin ich schon unterwegs und das Gewicht der Fotoausrüstung drückt schon schmerzhaft in die Schultern. Steil rauf und wieder runter – endlos ziehen sich die Serpentinen. Aber nach jeder Kurve lockt eine neue atemberaubende Aussicht zur kurzen Rast. An die 20 Kilometer werden es heute wohl sein bevor ich mich wieder von einem lauten, schwarzen Rauch ausstoßenden Traktor einsammeln lasse, der mich zu meinem bescheidenen Nachtlager bringen wird. Morgen noch mal dieselbe Distanz in die andere Richtung, hoffend dass das Licht des frühen Morgens mich für die Mühe mit schönen Bildern bedanken möge.

Dann sehe ich Ihn – den alten Mann, schräg unter mir. Jeder Handbreit Ackerboden wurden dem steilen Hang mühsam abgerungen . Er sitzt im Feld, gräbt ein Loch, nimmt eine kleine Kartoffel, streichelt sie beinah bevor er sie mit rotbrauner fetter Erde bedeckt. Und immer wieder macht er Pause und schaut ins Tal und ich schaue mit. Ab und zu lässt er langsam den Blick auf sein winziges Häuschen schweifen, aus dem ich später ein Enkelkind hinter einer Katze herjagen sehe. Wie ein Puppenhaus wirkt es in dem Bestreben keine Ackerfläche zu vergeuden. Ich bemerke dass ich aufgehört hatte zu denken indem ich nur den Alten schaute und schaute was er schaute und wie mich tiefer Frieden erfüllt und mein Herz zusehends leichter wurde. Aber zu spät. Allein mit dem Bemerken hatte der Gedankenprozess wieder eingesetzt. Ich schultere wieder den Rucksack und Kameratasche und obwohl es steil bergauf geht, fühlt sich meine Last viel leichter an.

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